Packliste Freeride by Lech Zürs Tourismus

© Packliste Freeride by Lech Zürs Tourismus

13. März 2019 | Outdoor

Was kommt mit auf Tour… Beim Freeriden & Tourengehen?

Was kommt beim Tourengehen und Freeriden in den Rucksack? Was muss hinein und was ist optional? Wir haben uns einmal ganz genau angeschaut, was immer auf Tour dabei sein sollte und haben eine Packliste erstellt.

Auf Skitour ist man meistens weit weg von der "Zivilisation". Damit auf Tour nichts fehlt, habe ich für euch eine Packliste erstellt.

Hannes Heigenhauser Autor & Verfasser

Jeder kennt wohl die Situation in der Früh daheim oder im Hotelzimmer: Ganz schnell muss der ohnehin schon volle Rucksack noch weiter mit allem möglichem Equipment vollgestopft werden, während man gleichzeitig Tee kocht und die Funktions-Unterwäsche anzieht. Fast noch im Schlaf geht es dann in den Skiraum und zur Bushaltestelle, um als einer der Ersten oben am Gipfel oder am noch unberührten Tiefschneehang zu stehen. Nur um dann festzustellen… „Man hat die Kamera vergessen, oder die Sonnencreme, oder gar die Skitourenfelle.“

Wahrscheinlich ist es jedem schon einmal so ergangen. Und damit das in Zukunft nicht mehr passiert, haben wir eine Packliste für verschiedene Aktivitäten rund um Lech Zürs erstellt, damit man in Zukunft besser organisiert in den Tag startet. Viel Spaß beim Lesen, Packen und vor allen Dingen beim Freeriden und Skitourengehen am Arlberg.

Unsere Packliste Freeride & Skitour

Immer mit dabei für Sicherheit & Spaß im Gelände

Notfallequipment:

Das Notfallequipment ist unerlässlich, um abseits der gesicherten Pisten im Notfall schnell reagieren zu können. Deshalb sollte man auch regelmäßig den Umgang mit den einzelnen Gegenständen üben, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Nr. 16: LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät)

Das LVS oder auch Pieps ist der zentrale Bestandteil der Notfallausrüstung. Nur mit ihm ist eine schnelle Ortung verschütteter Personen möglich, weshalb der sichere Umgang mit diesem Gerät Grundvoraussetzung für Fahrten abseits gesicherter Pisten ist. Regelmäßig sollten auch die Batterien überprüft werden. Sinkt die Batterieanzeige unter 50% müssen neue Batterien eingesetzt werden.
Tipp: Die alten Batterien einfach für die Fernbedienung verwenden!

Nr. 14: Lawinensonde

Mit Hilfe der Sonde können verschüttete Personen punktgenau geortet werden. Moderne Sonden sind leicht und lassen sich innerhalb von Sekunden voll ausfahren. Erprobt sind Sonden bei einer Mindestlänge von 240 cm.
Tipp: Die Sonde immer nur mit Handschuhen anfassen. Durch die Wärme der Hände kann es sein, dass sich Schnee auf der Sonde ansammelt.

Nr. 15: Lawinenschaufel

Immer wieder wurden Vergleichstests durchgeführt, wie verschüttete Personen schnellstmöglich geborgen werden können. Die kurze Antwort: Ohne eine stabile Lawinenschaufel geht es nicht. Dabei ist vor Allem die Stabilität des Schaufelblatts wichtig, um auch bei einer harten Oberfläche schnell voranzukommen.
Tipp: Schaufeln mit Blatt aus Aluminium sind für den Einsatz besser geeignet.

Nr. 20: ABS Lawinenrucksack

Ein Lawinenrucksack kann im Idealfall durch Vergrößerung der Oberfläche eine Verschüttung verhindern. Dennoch sollte man auch mit einem Lawinenrucksack kein höheres Risiko eingehen und den Umgang perfekt beherrschen, um im Notfall richtig reagieren zu können. Bei aktuellen Modellen sind sogenannte Testauslösungen möglich, um Funktion zu verinnerlichen.

Nr. 10: Erste Hilfe Set

Ein vollständiges Erste Hilfe Set mit Pflastern, Verbänden, Binden und Klammern gehört in den Tourensack unbedingt dazu. Kleinere Verletzungen und Blessuren lassen sich so behandeln und professionell verbinden.

Bekleidung:

Nr. 7 & 21: Baselayer

Gute Baselayer erkennt man daran, dass man sie nicht bemerkt. Zuverlässig transportieren die modernen Hochleistungsmaterialien Schweiß nach Außen und schützen so den Körper vor Auskühlung und Überhitzen. Dabei ist ein körperbetonter Schnitt für diese Funktion fast unerlässlich, ebenso sollten die Socken eng anliegen, um ein Scheuern im Schuh zu verhindern.

Nr. 1: Wärmeschicht

Immer praktisch, ob nach einer Skitour als wärmende Schicht bei der Abfahrt oder wenn plötzlich der Wind auffrischt: Eine wärmende Schicht zwischen Baselayer und Hardshell Jacke. Je nach Temperatur reicht eine dünne Primaloft Jacke oder sogar ein normaler Pullover. Wenn es doch einmal kälter wird, darf es ruhig etwas dicker sein für das Extra an Komfort und Wärme.
Tipp: Die Zwischenschicht sollte klein verpackbar sein, damit man sie problemlos im Rucksack verstauen kann.

Nr. 23: Top Layer

Im Hochwinter und bei Schneefall empfiehlt sich nach wie vor das Tragen von Hardshell Bekleidung als äußerste Schicht. Zuverlässig schützen moderne Materialien vor Wind und Nässe bei gleichzeitiger Atmungsaktivität. Bei Skitouren im Frühjahr reicht diese Atmungsaktivität häufig nicht aus, weshalb häufiger Softshell Hosen zum Einsatz kommen. Die Hardshell Jacke kann bei längeren Aufstiegen auch im Rucksack verstaut werden, als Notfallequipment sollte sie jedoch immer mit auf Tour sein, um vor Auskühlung zu schützen.

Nr. 2, 3 & 13: Schutz für Kopf und Hals

Ein Halstuch möchte man bei eisig kaltem Wind nicht missen. Ebenso lässt es sich praktisch sehr klein verstauen und stört nicht im Rucksack, wenn es doch einmal zu warm wird. Bei längeren Skitouren empfiehlt sich ein atmungsaktives Stirnband oder eine dünne Mütze, um zumindest vor dem Wind geschützt zu sein. Für Abfahrten im freien Gelände oder auf der Piste empfehlen wir grundsätzlich das Tragen eines Helms. Moderne Helme sind leicht und bieten wirksamen Schutz bei Stürzen.

Nr. 22: Warme Hände

Nichts ist so unangenehm, wie kalte Finger oder Zehen auf Tour. Deshalb sind neben dünnen Handschuhen für die Anstiege immer auch warme Fäustlinge im Rucksack, damit dieses Problem erst gar nicht auftritt.
Tipp: Wärmepads bieten kurzzeitig Wärme, praktisch sind sie auf Tour aber nicht wirklich.

Nr. 6 & 23: Schutz der Augen

Vor allem im Winter ist der Schutz der Augen wichtig, da die Schneeoberfläche viel Sonnenlicht reflektiert und die Augen auch bei Nebel oder Bewölkung diesen Strahlen ausgesetzt sind. Für den Anstieg bei Skitouren sind deshalb Sonnenbrillen mit Schutzklasse III empfehlenswert. Für Abfahrten empfiehlt sich eine Skibrille, die zum Lichtschutz zuverlässig auch vor Fahrtwind und Schnee schützt.

Ski, Schuhe & Equipment

Nr. 18: Skischuhe / Tourenskischuhe

Die Verbindung von Fuß und Ski ist natürlich elementar für einen schönen Tag im Gelände. Für aufstiegsorientierte Tourengeher sind leichte Schuhe mit großem Bewegungsspielraum Pflicht. Diese Schuhe haben häufig den Nachteil, dass sie in der Abfahrt nicht so viel Stabilität und Halt bieten, wie normale Skischuhe. Mittlerweile gibt es aber gute Tourenschuhe, die sowohl durch ihr Gewicht wie auch ihre Abfahrtsperformance überzeugen können.

Nr. 19 & 26: Ski & Felle

Moderne Tourenski haben eine Mittelbreite zwischen 85 und 100 mm bei gleichzeitig sehr geringem Gewicht. Durch eine sogenannte Pin Bindung lässt sich das Gesamtgewicht moderner Tourenski auf sehr komfortable 3 Kg / Paar reduzieren. Gleichzeitig ist durch eine moderne Bauweise auch die Stabilität dieser Hochleistungsski gegeben. Wichtig nur, dass die Ski dem eigenen Fahrkönnen entsprechen und für den richtigen Einsatzzweck gewählt werden. Die meisten Skihesteller bieten für jedes Modell ein passendes Fell an, viele Sportgeschäfte haben aber Zuschnittfelle für jedes Modell auf Lager. Die richtige Pflege der Ski und Felle ist essentiell für eine lange Lebensdauer des Equipments.

Nr. 25: Skistöcke

Für Freerider & Tourengeher sind Skistöcke mit Teleskopfunktion unerlässlich. Gerade bei längeren Flachpassagen ist es äußerst kräftezehrend, wenn man die Stöcke nicht verlängern kann.

Verpflegung

Nr. 8 &17: Essen & Trinken

Auf Skitour oder im alpinen Skiraum verbraucht unser Körper Energie. Je kälter, desto mehr Energie benötigt der Körper. Gleichzeitig ist auf Skitour nicht immer eine Hütte am Gipfel, in der man sich stärken kann. Deshalb sollte man immer etwas zu Essen und zu Trinken dabei haben, um dem Körper wieder Energie zuführen zu können. Warme Tees sind gut für den Körper und sehr bekömmlich. Die Energie in Früchten (auch in Trockenfrüchten) oder kohlenhydratreichen Riegeln kann der Körper sehr schnell umwandeln.
Tipp: Isolierte Trinkblasen lassen sich bequem im Rucksack verstauen und man kann trinken, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen. Moderne Thermosflaschen können heiße Getränke mehr als 12 Stunden warm halten. Wer also sehr früh aufbricht, kann ohne Probleme am Vorabend die komplette Verpflegung vorbereiten und kommt trotzdem in den Genuss heißer Getränke auf Tour.

Technik & Orientierung

Nr. 4, 5 & 11: Handy & Kamera

Unterwegs auf Tour ohne Handy? Heutzutage nicht mehr vorstellbar. Egal ob für Fotos oder Notfall: Das Handy gehört auf Tour in den Rucksack. Wobei: Eigentlich sollte man das Handy nah am Körper tragen, um den Akku vor dem Auskühlen zu schützen. Deshalb nur mit voll aufgeladenen Akkus starten und den Akku wärmen. Wer viel mit dem Handy fotografiert, sollte einen externen Energiespeicher mit im Gepäck haben, um das Handy wieder voll laden zu können. Für Action Aufnahmen im Schnee ist eine kleine wasserdichte Kamera natürlich die erste Wahl.

Nr. 12: Karte

Natürlich spielt die Karte (egal ob digital oder im Print) in der Tourenvorbereitung zu Hause eine große Rolle. Doch auch auf Tour selbst sollte die Karte im Gepäck sein, um sich in unbekanntem Gelände besser orientieren zu können. Alpenvereinskarten bieten dabei eine sehr gute Übersicht und sind sehr detailreich gestaltet.

Accessoires

Nr. 9: Sonnencreme

Natürlich gehört Sonnencreme in den Tourensack. Grundsätzlich empfiehlt es sich nach jeder schweißtreibenden Aktivität nach zu cremen, um den Schutz aufrecht zu erhalten. Der Lichtschutzfaktor sollte je nach Teint mindestens 30 betragen. Um die Lippen gleichermaßen zu schützen, empfehlen wir Lippen Balsam mit Lichtschutzfaktor.

Weitere Accessoires

Auch Reperaturwerkzeuge wie Taschenmesser, Klebeband oder Abziehklingen sind auf Tour sehr praktisch. Verstellte Bindungen, Felle mit Schneestollen, kaputte Teleskopstöcke sollte man immer reparieren können.

Fazit:

Wer auf Skitour gehen möchte oder zum Freeriden am Arlberg, muss sich gewissenhaft vorbereiten. Doch das beste Equipment nützt nichts, wenn man nicht weiß, wie man damit umgeht. Deshalb empfehlen wir den Umgang mit der Sicherheitsausrüstung gewissenhaft zu üben, bevor man ohne erfahrene Skiführer die gesicherten Pisten verlässt. Wir wünschen Ihnen viel Spaß im Touren Paradies Lech Zürs am Arlberg.

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