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2. Februar 2019 | Menschen & Persönlichkeiten

Michael Huber – Ein Leben für den Skisport

Heute ist Michael als Trainer für den Skiclub Arlberg in Lech Zürs tätig. Doch auch abseits seines Berufes verbringt Michael jede freie Minute in der Natur und in den Bergen.

Im Interview – Ein Gespräch über seine Kindheit in Lech, die Karriere als Rennläufer und seine größten Glücksmomente.

Heute arbeitet Michael Huber als Trainer für den Skiclub Arlberg und zeigt dem Nachwuchs, wie man richtig Ski fährt. Als ehemaliger Rennläufer und Nachwuchshoffnung des ÖSV bringt er dafür die besten Voraussetzungen mit. Im Gespräch geht es hauptsächlich um seine Kindheit und Jugend am Arlberg und die Zeit nach der Rennlauf Karriere. Denn eines ist sofort klar, wenn man sich mit Michael Huber unterhält: Er ist mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft dabei und will Dinge anschieben. Seine Augen leuchten, wenn er von seinem Job als Trainer und seiner Leidenschaft für das Skifahren erzählt. Diese Energie ist in jedem Satz spürbar und ansteckend.

Bei seiner Lieblingsbeschäftigung...

...unterwegs sein im Gelände

Ich habe irrsinnige Freude daran mit dem Nachwuchs des Skiclub Arlberg auf den Pisten zu trainieren und ihnen Tipps für die Zukunft zu geben. Wenn es sich dann doch einmal ergibt, genieße ich das Glück, gemeinsam mit meiner Frau Michelle abseits der Pisten im Tiefschnee Skifahren gehen zu dürfen. Mit ihr habe ich den perfekten Partner, um beim Powdern ordentlich Spaß zu haben und den Tag zu genießen.

Michael Huber Trainer Skiclub Arlberg

Kindheit in Lech

Wenn Michael zurück an seine Kindheit denkt, steht eine besondere Erinnerung sinnbildlich für viele schöne Momente. Oft war er mit seinen Schulfreunden unterwegs, aber von Zeit zu Zeit nahm ihn sein Vater Albert bei seinen Gästegruppen mit. Als er als 10-jähriger mit den Erwachsenen mithalten konnte, oder im Tiefschnee sogar schneller und schöner fuhr wie die „Großen“, war das ein besonderes Gefühl der Anerkennung. Somit hatte Michael früh einen spielerischen und zwanglosen Zugang zum Skifahren. An erster Stelle standen das Fahren im Gelände, auf Waldwegen, den bekannten und unbekannten Skirouten. Dieser unkomplizierte Weg zum Skifahren ist für Michael ein ganz entscheidendes Element auf dem Weg zur Rennkarriere. Im Gelände wird ein kompletter Skifahrer benötigt, der schnell reagieren kann, technisch sauber fährt und die Kraft hat, einen ganzen Hang in einem Stück zu befahren. Alles Elemente, die ihn später im Rennlauf unterstützten. Die Entscheidung mit demselbigen zu starten, kam mit dem Übertritt zur Skihauptschule. Auf diese Weise konnte er beinahe täglich skifahren und draußen sein.

Mit seiner Ehefrau Michelle

Gemeinsam in den Bergen unterwegs

Familiärer Rückhalt

Mit dem Start der Rennkarriere traten auch unterschiedliche Trainer in Michaels Leben. Ob im Skigymnasium in Stams, im Landeskader Vorarlberg oder später im Kader des ÖSV… Zentraler Ansprechpartner und Bezugsperson war und blieb sein älterer Bruder, der immer mit Rat zur Seite stand.
Die Karriere verlief in jungen Jahren sehr steil nach oben und so stieg auch der Anspruch an Trainer und Material. Nach einem Kreuzbandriss im Super-G mit 12 Jahren stand früh fest, dass der Fokus auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesentorlauf gerichtet wird. Auch im Sommer war Michael viel draußen unterwegs. Vater Albert ist begeisterter Radfahrer und nahm Michael auf immer ausgedehntere Touren mit. Immer wieder zog es ihn aber auch alleine in die Natur zum Bergsteigen. So stand er mit etwa 13 Jahren bereits alleine am Gipfel des Omeshorns, dem wohl markantesten Berg der Region. Der Blick schweifte wohl schon damals über Lech und die wunderschöne Natur, die ihm so viele Möglichkeiten gab, sich auszutoben.

Michael beim Freeriden

Lech Zürs am Arlberg im Jänner 2019

Zeit im ÖSV Nachwuchskader

Mit dem Übertritt in das Skigymnasium Stams erfolgte auch der Wechsel in den Landeskader Vorarlberg. Mit 16 Jahren schaffte Michael den Sprung in den ÖSV Nachwuchskader und trainierte fortan mehrere Jahre gemeinsam mit Marcel Hirscher, Max Franz, Fritz Dopfer (damals noch ÖSV Nachwuchsfahrer, späterer Wechsel zum Deutschen Skiverband) und Matthias Mayer in einer Mannschaft. Diese Zeit beschreibt Michael als unglaublich intensiv und lehrreich. Schule, Freunde, Lehrgänge, Wettkämpfe… und nebenher noch Dinge erledigen, wie zum Beispiel den Führerschein machen. Das alles unter einen Hut zu bringen fällt natürlich nicht leicht. Um die Karriere nicht zu gefährden, verzichtete Michael in dieser Zeit auf vieles, was für andere Jugendliche völlig normal ist. Konditionelle Fitness ist sicher ein Schlüsselkriterium, um die lange Wettkampfsaison und das viele Reisen durchzustehen. Und diese Fitness kann man nur außerhalb der Rennsaison aufbauen, weshalb auch diese Zeit sehr akribisch geplant werden musste. Was Michael in dieser Zeit auf alle Fälle geholfen hat, war der familiäre Rückhalt und sein Bruder, der ihn nach wie vor trainierte und sehr viele Trainingseinheiten speziell auf seine Bedürfnisse abstimmte.

Perfekter Stil

Michael hat die Skiausbildung sehr genossen

Das Verhältnis zu seinen Teamkollegen beschreibt Michael als rivalisierende Kollegialität. Natürlich unterstützte man sich gegenseitig und hatte bei den Lehrgängen immer viel Spaß. Bei Wettkämpfen – und sei es nur ein Volleyballmatch im Sommer – war aber immer viel Ehrgeiz dabei und jeder wollte gewinnen. Im Nachhinein würde Michael wohl auch etwas öfters die Ellenbogen ausfahren, um sich zum Beispiel im Training einen besseren Startplatz zu sichern. Dennoch blickt er gerne auf diese Zeit zurück und die Möglichkeiten, die sich ihm hier geboten haben.

Ein jähes Ende und ein neuer Anfang

Michael Huber galt in Österreich als große Nachwuchshoffnung und wurde gemeinsam mit Marcel Hirscher als potenzieller Weltcupsieger gehandelt. Von einem Tag auf den anderen wurde diese Zukunft auf eine harte Probe gestellt. Bei einem Autounfall wurde Michael schwer verletzt und konnte insgesamt zwei Jahre nicht skifahren. Doch auch danach hatte Michael weiter mit den Folgen des Autounfalls zu kämpfen, der Schien- und Wadenbeinbruch verhinderten auf Dauer ein Comeback ohne Schmerzen. Trotz ansonsten bester körperlicher Verfassung konnte Michael seine Karriere nicht fortsetzen.

Trotz Schmerzen beim Skifahren gelang es mir, wieder FIS Rennen zu gewinnen. Dennoch konnte ich nicht mehr befreit skifahren und durch die Schmerzen war auch der Spaß bei den Wettkämpfen nicht mehr da. Die Entscheidung, meine Karriere mit 21 Jahren zu beenden, war die logische Konsequenz.

Michael Huber Trainer Skiclub Arlberg

Innerhalb kürzester Zeit packte Michael die nächsten Projekte an und absolvierte die Ausbildung zum D- und C-Trainer sowie die Ausbildung zum Staatlich geprüften Skiführer im Eiltempo. Gemeinsam mit der Ausbildung zum Zimmerer legte er so den Grundstock für eine neue Karriere und den Lebensweg in seiner Heimat am Arlberg. Diesen Weg verfolgt Michael bis heute und bildet die nächsten Generationen erfolgreicher Skifahrer und Rennläufer aus Lech Zürs am Arlberg aus.

Michael Huber als Zimmerer

Naturmaterial & Kunst

Michael Huber über den Skiclub Arlberg

Der Skiclub Arlberg hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Unter dem SCA Obmann Lech, Patrick Ortlieb, professionalisierte sich die Struktur des Skiclubs, weshalb heute viele Nachwuchstalente aus dem Gebiet kommen. Vorarlberg wird heute in vielerlei Hinsicht als Vorbild für andere Regionen wahrgenommen. Doch Michael sieht nicht nur die Förderung des Spitzensports als Hauptaufgabe des Skiclub Arlberg. Vielmehr geht es darum, den Kindern und Jugendlichen aus Lech Zürs am Arlberg die Möglichkeiten Wintersports zu zeigen und sie für viele Themen zu sensibilisieren und zu begeistern:

Wie bewege ich mich im Gelände?
Welche Regeln gibt es beim Skifahren?
Wie heißen die Berge, Abfahrten und Skitouren im Gebiet?

Nur so bleibt Lech Zürs am Arlberg als Wintersportort authentisch. Gleichzeitig bekommen die Bergrettung und Skischulen Nachwuchs direkt aus dem Ort und die Jugendlichen können in der Skischule als Lehrer gutes Geld verdienen.

In der Natur unterwegs...

... egal ob im Winter oder im Sommer.

Michael Huber über seine Trainingsphilosophie

Je vielfältiger die Kinder Bewegungen lernen, desto besser. Denn Bewegungen, die man als Kind gelernt hat, vergisst man sein Leben lang nicht. Deshalb setzt Michael beim Training und auch für sich selbst darauf, vielfältig zu sein und sich nicht nur auf eine Sportart zu konzentrieren. Zum Training gehören Slacklinen, Einradfahren aber auch Yoga, um die Beweglichkeit zu fördern.

Projekt Rüfi 900

Nach dem Ende der Mountain Trophy entwickelte Michael die Idee zum Rüfi 900. Ein Winter Berglauf für Jedermann entlang der Skiroute Der Lange Zug. Mit viel Engagement und einem starken Team organisiert Michael das Rennen dieses Jahr bereits zum dritten Mal. In den kommenden Jahren soll sich dieses Event zu einem echten Jedermann Rennen entwickeln, das die Skisaison krönend abschließt.

Next Steps

Zusammenfassend lässt sich wohl ohne Übertreibung sagen, dass Michael enorm zur Entwicklung des Skisports in Lech Zürs beiträgt, aber auch zur Weiterentwicklung der Destination insgesamt. Mit viel Engagement und persönlichem Einsatz treibt Michael im Ort Dinge voran und trägt so zum Wohl der Gemeinde bei. Wenn man sich mit ihm unterhält, merkt man sofort, wie viel Freude er aus dieser Arbeit zieht. Und so wünschen wir dem sympathischen Trainer noch viele schöne Tage im Powder und viel Erfolg bei allen kommenden Projekten!

Rüfi900(c)Lech-Zuers-Tourismus

Die Uphill Challenge in Lech Zürs am Arlberg

Rüfi 900 - 04.04.2020

Rüfi 900 ist die Uphill Challenge in Lech Zürs am Arlberg. Die legendäre Skiroute - Den Langen Zug - gilt es dabei zu überwinden. Dieses ganz besondere Rennen is...

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