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Impact Lech

2. Pressemitteilung

Impact Lech widmet sich brennenden Zukunftsfragen: Wo sind die Quellen der Energie?

 

Rund 40 hochkarätige Expert:innen diskutieren mit einem ausgewählten Fachpublikum im Rahmen des neuen Symposiums Impact Lech noch bis Sonntag zur Energiewende - und wie diese gelingen kann.

Europa ist am Scheideweg: Nach wie vor dominieren die fossilen Energieträger das Energiesystem in Europa. In Deutschland beträgt ihr Anteil rund 80%, 20% kommen aus erneuerbaren Energien. Innerhalb der nächsten 23 Jahre soll der Anteil der fossilen Energieträger auf netto Null heruntergefahren werden. Ist diese Zielsetzung realistisch? Und wenn ja, wie kann das konkret umgesetzt werden?



„In 200 Jahren wären alle fossilen Energiequellen verbraucht und der Klimawandel zwingt zur Veränderung. Was wir heute machen, ist nicht klimagerecht, der Ausstieg ist zwingend“, brachte es Ortwin Renn, Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam, auf den Punkt. In Deutschland könne man mit erneuerbarer Energie zurechtkommen, wenn man das Potential schnell voll entfalte, so Renn. Dafür müsse man alle Möglichkeiten alternativer Energiequellen wie die Wind- und Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse, aber auch Wasserstoff-Technologien voll ausschöpfen. Dabei müsse man rasch Lösungen finden, etwa in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz erneuerbarer Energiequellen. Denn der Material- und Flächenbedarf sei in diesem Bereich noch sehr hoch, die gesellschaftliche Akzeptanz in gewissen Segmenten daher noch gering. „Solar- und Windenergie hätten sich schon sehr etabliert, und auch die Stromentstehungskosten seien bei erneuerbaren Quellen sehr viel wirtschaftlicher geworden“, so Renn.



„Erneuerbare Technologien müssen künftig in einem optimierten Mix eingesetzt, nicht gegeneinander ausgespielt werden“, forderte Alexander Trattner, CEO und Research Director HyCentA Research GmbH. Er zeigte sich in seinem Beitrag überzeugt, dass grüner Wasserstoff Teil der notwendigen Energiewende sein wird. Erneuerbare Energien bieten eine grüne Zukunft, in der elektrochemische Maschinen wie Elektrolyseure, Batterien und Brennstoffzellen mit hohen Wirkungsgraden und ohne Emissionen weitgehend Einsatz erfahren, so Trattner. Eindrucksvoll präsentierte er das Potenzial der Technologie anhand ausgeführter Projekte und Forschungsfortschritte. Trattner wies in diesem Zusammenhang auch auf die Rolle Österreichs im Bereich der Wasserstofftechnologie hin. Die TU in Graz zähle zu den fünf großen Forschungszentren in Europa, wenn es darum gehe, grünen Wasserstoff in die Marktfähigkeit zu entwickeln.
 


Kritisch beleuchtet wurden in Lech auch die Möglichkeiten und Grenzen der Kernenergie. Aktuell werde die Nutzung der Kernenergie als Mittel zur CO2-armen Stromerzeugung wieder vermehrt diskutiert, erklärte Nikolaus Müllner, Risikoforscher der BOKU Wien, der im Rahmen seiner Ausführungen aber deutlich machte, dass viele Versprechen bei genauer Analyse nicht einlösbar wären.



Gemäß der Konzeption von Markus Hengstschläger, der Impact Lech initiierte, wird das Thema noch bis Sonntag kontroversiell und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln diskutiert. „An diesen Schnittflächen entstehen Innovation und neue Zugänge“, ist Hengstschläger überzeugt. Die Perspektiven einer raschen Energiewende und deren Realisierbarkeit werden im Rahmen von Impact Lech bis Sonntag daher noch von ganz unterschiedlichen Expert:innen beleuchtet – darunter Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal, Verhaltensökonom Gerhard Fehr, Biopionierin Martina Hörmer oder Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria.

 



Weitere Informationen: www.impact-lech.at